An einem sonnigen Septembertag begann meine Reise am Bahnhof Giswil. Von dort aus ging ich Richtung Sachseln. Nach einem kurzen intensiven Aufstieg erblickte ich das Tal von oben und eine wunderschöne Welt öffnete sich. Von diesem Platz aus sah ich bereits den ersten Wasserfall und konnte es kaum erwarten, weitere zu sehen. Hochmotiviert stieg ich weiter hinauf, bis ich das Tobelsträsschen erreichte. Dort angekommen hörte ich bereits das Plätschern der kleinen Melcha, jedoch war sie noch nicht zu sehen. Der Weg war bis Kies bedeckt und seitlich ragten hohe Felsen in die Luft. Bei genauerem Hinsehen entdeckte man eine Art von Gesichtern in der Felswand.

Mit meiner Kamera bewaffnet lief ich weiter bis zum Eingang in die Schlucht. Unter mir rauschte das Wasser und ich machte mich bereit, die Vielfalt des Elements Wasser einzufangen.
Die Magie des Eingefrorenen: Frostige Momentaufnahmen
Tief unter mir verbarg sich ein Fluss, wo das Wasser sanft über Steine glitt. Ich zückte meine Kamera und erforschte die Kunst der Wasseraufnahme. Ich wählte eine kurze Verschlusszeit, um das Wasser in diesem einzigartigen Moment einzufangen. Dadurch können verblüffende und einmalige Aufnahmen von einem Moment aufgenommen werden.

Bei dieser Technik ist es wichtig, auf die Lichtverhältnisse zu achten. Durch die kurze Verschlusszeit trifft weniger Licht auf den Sensor der Kamera, was wiederum die ISO-Einstellung betrifft. Achte darauf, dass du die ISO-Einstellungen an die Lichtverhältnisse anpasst, um scharfe eingefrorene Wasseraufnahmen zu machen. Die Möglichkeiten sind endlos, daher probiere verschiedene Einstellungen aus und experimentiere mit dem natürlichen Licht. Hier siehst du einige Beispiele, wie die ISO das Bild verändern kann:

Weiter flussaufwärts entdeckte ich ein Flussbad, das in einen Wasserfall führte. Mit meinem Zoom versuchte ich einzelne Stellen, wo das Wasser in kleine Wasserfälle bricht, einzufangen. Auch hier spielte ich mit der Verschlusszeit sowie der ISO-Einstellung.


Das Spiel mit der Zeit: Fliessendes Wasser
Danach führte der Weg über eine kleine Brücke. Von dort aus hatte ich einen guten Ausblick auf den Fluss. Ich setzte mich hin und fing die Schönheit der kleinen Melcha in all ihrer Pracht ein. Die kleinen Wasserfälle, die sich verzweigten, sahen einfach wunderschön aus. Ich probierte verschiedene Techniken aus, um das Wasser einerseits gestochen scharf und andererseits in einem sanften Nebelschleier einzufangen. Durch den Nebelschleier erhielt das Bild eine einzigartige Atmosphäre, die mit dem blossen Auge nicht zu sehen ist.

Um das Wasser in einer fliessenden Bewegung aufzunehmen, benötigt es eine lange Verschlusszeit. Hier war der Knackpunkt, dass ich über einige Sekunden still bleiben musste und bereits die kleinsten Bewegungen zu Verwacklungen führten. Da ich damals noch kein Stativ hatte, setzte ich mich bequem auf den Boden und holte tief Luft, um ganz ruhig zu sein. Und siehe da, ich schaffte es mit voller Konzentration und Geduld, das Wasser zu einem sanften Nebelschleier zu verschmelzen.

Auch hier versuchte ich verschiedene Winkel zu fotografieren, um verschiedene Details einzufangen. Gewisse Bilder sind mir gelungen, andere wiederum waren zu verwackelt. Es braucht also Übung und Geduld, aber sobald du den Dreh raus hast, fängst du atemberaubende Wasseraufnahmen ein. Daher gilt: Ausprobieren und experimentieren. Arbeite dabei mit verschiedenen Verschlusszeiten. So entstehen verschiedene Effekte und du kannst deine einzigartige Bildsprache entdecken.
Die Magie des natürlichen Lichts: Optimale Beleuchtung für Wasseraufnahmen
Das Licht spielt in der Fotografie eine entscheidende Rolle, da es das Aussehen sowie die Stimmung eines Bildes beeinflusst. Mithilfe des natürlichen Lichts können Aufnahmen von Wasser glitzernd wirken, Schatten und Kontraste erzeugen und die Textur des Wassers hervorheben. Beobachte daher das natürliche Licht und wie es fällt. Auch die Tageszeit spielt dafür eine Rolle. Kurz nach Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang ist die Goldene Stunde, welche das wärmste und weichste Licht bietet. Tageszeiten, in denen direktes Sonnenlicht besteht, können starke Kontraste und Blendungen im Bild erzeugen. Dieses natürliche Licht kannst du beispielsweise für dramatische Bilder nutzen. Experimentiere am besten an verschiedenen Tageszeiten, um ein Gespür zu erhalten, wie die Sonne deine Bilder anders wirken lassen kann.
Geheimnisse im Verborgenen: Das Mysterium hinter dem Wasserfall
Der absolute Höhepunkt dieser Wanderung war, als ich einen kleinen mystischen Wasserfall auf meiner Reise entdeckte. Das Wasser prallte in sprühenden Strahlen und Tropfen auf die Felsen. Das an sich war schon ein faszinierendes Motiv, jedoch war das, was sich dahinter verbarg, das, was diesen Ort wirklich einzigartig machte. Hinter dem Wasserfall verbarg sich eine unerwartete und geheimnisvolle Form: Der Fels sah aus wie ein Totenkopf. Dieser unerwartete Fund verlieh dem Bild eine mystische, fast unheimliche Atmosphäre. Es war, als hätte die Natur selbst ein verborgenes Kunstwerk geschaffen, das nur darauf wartete, entdeckt zu werden.

Die Entdeckung dieses geheimnisvollen Totenkopfs, geformt von der Natur, verlieh dem Bild eine zusätzliche Dimension, eine Tiefe, die über die Schönheit der Natur hinausging. Das zeigte mir, dass man in der Naturfotografie stets die Augen offen halten sollte, denn in jedem Bild kann eine Überraschung lauern. Dadurch kann ein Bild eine ganz neue Geschichte erzählen.
Die Suche nach dem perfekten Motiv: Tipps für atemberaubende Wasseraufnahmen
Das Motiv mit dem Wasserfall und dem verborgenen Totenkopf hat mir gezeigt, dass es wichtig ist, das perfekte Motiv auszuwählen. Denn die Wahl deines Motivs macht den Unterschied zwischen einem guten und einem grossartigen Bild. Wenn du das nächste Mal hinausgehst, um Wasseraufnahmen zu machen, suche zuerst deine Umgebung ab, um dein perfektes Motiv zu finden. Achte dabei auf interessante Formen, Texturen und Farben, die das Wasser umgeben. Das kann beispielsweise jetzt im Herbst ein Blatt sein, welches auf der Oberfläche treibt, ein interessanter Felsen oder Steine im Wasser. Arbeite dabei auch mit verschiedenen Fokuspunkten, Winkeln, Ausschnitten, Kompositionen deines Bildes und dem Licht. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Frage dich stets, was du mit deinem Bild aussagen willst. Dadurch findet sich dein Motiv für deine Linse.
Meine Reise durch die Melchaschlucht
Die Wanderung an diesem warmen Septembertag zeigte mir wieder einmal, was man alles mit einem offenen Blick entdecken kann. Vergiss nicht, Geduld und Übung sind der Schlüssel für ein grossartiges Bild in der Naturfotografie. Denn in der Naturfotografie stösst man immer wieder auf überraschende Entdeckungen.
In meinem nächsten Blogbeitrag werde ich dich in die Welt der ortsbezogenen Naturfotografie entführen. Von scheuen Rehen bis zu majestätischen Bartgeiern – wir werden die Vielfalt und Faszination der Tierwelt durch die Linse der Kamera betrachten. Also bleib dran, wenn es auf die Reise in die Welt der Naturfotografie geht.
Auf meinem Instagram-Account @stefsoutdoorlens teile ich regelmässig faszinierende Bilder und Reels aus meiner Naturfotografie-Reise. Bis zum nächsten Mal!
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