Pflanze, Natur, Grün, Knospe

Du möchtest lernen, wie du ansprechende Bilder fotografieren kannst? Dann bist du hier genau richtig. Denn, um mit der Kamera für das Auge ansprechende Fotos zu kreieren, müssen wir verstehen, wie die Grundlagen der Fotografie funktionieren. Dazu erkläre ich dir die vier wichtigsten Kameraeinstellungen, damit du die Schönheit der Natur aufnehmen kannst. In diesem Blogpost werden wir uns daher auf die wichtigsten Elemente konzentrieren: Belichtung, Fokussierung, Weissabgleich und Bildkomposition.

Die Bedeutung der Belichtung

Der Schlüssel für beeindruckende Naturfotos ist die Belichtung. Dazu ist es wichtig, die Funktionen ISO, Blende und Verschlusszeit zu verstehen und zu beherrschen.

Die ISO, der Lichtverstärker

Stell dir vor, dass du in einem dunklen Raum bist und du willst ein Buch lesen. Da es jedoch zu dunkel ist, um den Text zu lesen, nimmst du eine Taschenlampe zur Hilfe. Nun kannst du den Text im Buch lesen, da mehr Licht auf das Buch fällt. Genau so funktioniert die ISO. Wenn du nun mit deiner Kamera ein Foto in diesem dunklen Raum oder Draussen bei Nacht machen möchtest, kannst du die ISO erhöhen, sodass die Kamera mehr Licht einfängt. Daraus resultiert ein helleres Bild. Eine höhere ISO-Einstellung ist demnach ähnlich wie eine Taschenlampe: Sie verstärkt das verfügbare Licht ähnlich wie die Taschenlampe, um besser sehen zu können. Hier ist ein Beispiel, wie die ISO ein Bild verändern kann:

ISO 400, Blendenzahl f/1.5, Verschlusszeit 1/160
In diesem Bild ist das Motiv, das Blatt, zwar klar erkennbar, jedoch hat es keinen Kontrast, was das Bild uninteressant macht. Insgesamt wirkt das Bild durch den fehlenden Kontrast weniger lebendig.

ISO 160, Blendenzahl f/1.5, Verschlusszeit 1/160
Der entscheidende Unterschied zum obigen Bild ist der Kontrast. Das Blatt kommt durch den Kontrast viel besser zur Geltung, was zu einer lebendigeren Aufnahme führt. Das Motiv ist klarer zu sehen und wirkt dadurch auch interessanter.

Die Blende – der Gegenspieler der ISO

Im Gegensatz zur ISO, welche das Licht in einem Bild verstärkt, hilft die Blende dabei, weniger Licht hereinzulassen. Ein einfaches Beispiel dazu ist die Sonnenbrille. Stell dir vor, du bist draussen und es ist sonnig. Deine Augen kannst du kaum offenhalten. Deswegen setzt du dir eine Sonnenbrille auf. Diese schützt deine Augen und reduziert die Helligkeit. Die Blende an deiner Kamera funktioniert genau gleich. Willst du nun ein Foto an diesem sonnigen Tag machen, öffnest du die Blende nur ein wenig, um weniger Licht hineinzulassen. Solltest du die Blende zu weit öffnen, wird das Foto überbelichtet. Willst du jedoch in einem dunklen Raum Fotos aufnehmen, kannst du die Blende weit öffnen, um mehr Licht hereinzulassen. Die Blende ist also wie das Tragen einer Sonnenbrille, um das Licht zu kontrollieren.

ISO 100, Blendenzahl f/5, Verschlusszeit 1/160

In diesem Bild erkennt man das Motiv nicht sehr gut, da der Hintergrund nicht verblendet wurde. Dadurch geht das Motiv durch den Hintergrund verloren und das Motiv wirkt unscharf. Die Aufmerksamkeit wird dadurch nicht auf das Motiv gelenkt. Das Bild wirkt schlussendlich nicht.

ISO 125, Blendenzahl f/5.6, Verschlusszeit 1/250

Dieses Bild zeigt das Motiv klar und scharf, da der Hintergrund verblendet wurde. Dadurch wird das Motiv hervorgehoben, was zu einem unscharfen Hinter-grund führt. Dies führt zu einer ansprechenden Tiefen-wirkung.

Vorhang auf für die Verschlusszeit

Kennst du das? Du willst ein Foto von einem fliegenden Vogel machen, jedoch sind alle Bilder verschwommen. Um das zu verhindern, benötigen wir die Verschlusszeit. Stell dir dazu die Verschlusszeit wie eine Türe vor, die sich für eine bestimmte Zeit öffnet und wieder schliesst. Eine kurze Verschlusszeit bedeutet, dass sich die Türe schnell öffnet und auch wieder schliesst. Dadurch kannst du den fliegenden Vogel einfrieren und dein Foto ist scharf. Eine lange Verschlusszeit bedeutet wiederum, dass sich die Türe langsam öffnet und wieder verschliesst. Da der Vogel nicht stehen bleibt, wird dein Foto unscharf und verschwommen. Kurzgefasst bedeutet das, wenn die Türe lange offenbleibt, erhält dein Bild mehr Licht und Bewegungen erscheinen unscharf. Wenn die Türe kurz offen ist, fliesst weniger Licht in dein Bild und die Bewegungen erscheinen scharf.

ISO 6400, Blendenzahl f/5.6, Verschlusszeit 1/1’600
Dieses Motiv ist unter-belichtet, das heisst, es fällt zu wenig Licht auf den Sensor der Kamera. Dadurch hat das Bild wenige Details und hat eher eine düstere Atmosphäre. Wichtige Merkmale können durch die Unterbelichtung verloren gehen und das Foto verliert an Lebendigkeit.

ISO 6400, Blendenzahl f/5.6, Verschlusszeit 1/1’000
In diesem Bild erkennst du viel besser die Pflanzen, da die Belichtung korrekt eingestellt ist. Dadurch kannst du mehr Details entdecken und die Farben und Texturen können optimal zur Geltung kommen. Entsprechend wirkt das Bild lebendiger und ansprechender.

ISO 4000, Blendenzahl f/6.3, Verschlusszeit 1/160
In diesem Bild sieht man zwar alles, jedoch ist es überbelichtet. In den Sensor ist zu viel Licht gelangt, was zu einer Überbelichtung geführt hat. Die Aufnahme ist zwar hell und klar, jedoch geht der Kontrast verloren. Dadurch wirkt das Bild weniger ansprechenden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese drei Grundeinstellungen der Fotografie zusammenwirken, um das perfekte Foto zu erstellen. Wenn du den ISO-Wert erhöhst, musst du möglicherweise die Blende öffnen oder die Verschlusszeit verkürzen, um ein grossartiges Foto zu erhalten. Anders sieht es aus, wenn du die Blende schliesst. Möglicherweise muss du dann die ISO erhöhen oder die Verschlusszeit für dein perfektes Foto verlängern. Hier findest du dazu noch ein Merkblatt:

Weissabgleich & Farbtemperatur

Um die perfekte Stimmung in deinem Bild zu erstellen, sind der Weissabgleich und die Farbtemperatur von entscheidender Bedeutung. Das heisst, sie spielen eine entscheidende Rolle in der Fotografie, da sie die Farbgenauigkeit und die Atmosphäre eines Bildes massgeblich beeinflussen. Kurz gesagt sind sie dafür verantwortlich, wie die Kamera Farben in verschiedenen Lichtsituationen interpretiert.

Weissabgleich

Die Kamera nutzt dieses Werkzeug dazu, die Farben in einem Bild so zu korrigieren, dass sie unter verschiedenen Lichtquellen natürlich aussehen. Wenn der Weissabgleich nicht eingestellt wird, weisen die Bilder unerwünschte Farbstiche auf. Ein aufgenommenes Bild bei wolkenverhangenem Himmel kann daher einen Blaustich aufweisen, während ein Bild, das unter Kunstlicht aufgenommen wird, eher gelblich erscheint.

Farbtemperatur

Dieses Werkzeug bezieht sich hingegen auf die Wärme oder Kühle von weissem Licht. Die Farbtemperatur ist dabei ein entscheidender Faktor bei der Bestimmung der Stimmung eines Fotos. Eine niedrigere Farbtemperatur erzeugt eine warme, gemütliche Atmosphäre, während eine höhere Farbtemperatur ein kühles, distanziertes Gefühl erzeugt.

Zusammengefasst heisst dass, das wenn diese beiden Elemente richtig eingestellt werden, die Farbgenauigkeit der Bilder verbessert und die gewünschte Stimmung erzeugt werden kann.

Bildkomposition & Gestaltung

Diese beiden Faktoren sind essenzielle Aspekte der Fotografie, da sie die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Hauptmotiv lenken, eine Geschichte erzählen sowie Emotionen wecken.

Goldene Schnitt

Der Goldene Schnitt geht unter den Faktor Gestaltung. Dieser hat die Idee, welche auf dem natürlichen Gleichgewicht beruht. Der Goldene Schnitt teilt dabei das Bild in Proportionen, die als besonders angenehm für das menschliche Auge gelten.

Stell dir vor, du bist in der Natur und du siehst eine wunderschöne Blume. Um das Bild nun interessant zu gestalten, kannst du den Goldenen Schnitt anwenden. Das heisst, du positionierst die Blume in einem der seitlichen Drittel des Bildes. So sieht das Foto insgesamt harmonischer und ästhetisch ansprechender aus, als wenn du die Blum in die Mitte des Bildes platziert hättest. Der Goldene Schnitt hilft also dabei, deine Naturfotos auf eine einfache und effektive Weise zu verbessern. Hier siehst du ein Beispiel dazu:

Hier wird der Goldene Schnitt angewendet. Wie du sehen kannst, liegt das Motiv entlang des rechten seitlichen Drittels des Bildes. Dadurch wird eine natürliche Balance geschaffen, die dem Bild eine harmonische und ansprechende Wirkung verleiht. Das Auge des Betrachters wird dadurch sanft in Richtung des Motivs gelenkt.

In diesem Bild wurde das selbe Motiv in die Mitte platziert. Trotz der Schönheit der Pflanze, fehlt es dem Bild an der visuellen Spannung und dem natürlichen Gleich-gewicht. Durch die mittige Platzierung kann das Bild statisch wirken und der Blick des Betrachters kann ein-geschränkt werden.

Drittregel

Auch die Drittregel ist ein weiteres zentrales Gestaltungsprinzip in der Naturfotografie. Dabei wird das Bild durch zwei horizontale und zwei vertikale Linien in neun gleichgrosse Felder unterteilt. Die bevorzugten Objekte sollten vorzugsweise entlang dieser Linien oder an ihren Kreuzungspunkten positioniert werden. Die Anwendung dieser Regel trägt dazu bei, die visuelle Wirkung eines Bildes zu verstärken, indem sie dem Auge des Betrachters eine natürliche «Leserichtung» bietet.

Wenn du beispielsweise einen Sonnenuntergang über einem ruhigen See einfangen möchtest, musst du darauf achten, den Horizont so zu positionieren, dass er auf einer horizontalen Linie und die untergehende Sonne an einem der Kreuzungspunkte liegt. So entsteht ein Bild, das sowohl ausgewogen ist als auch dynamische Spannung aufweist.

In diesem Bild wurde das selbe Motiv in die Mitte platziert. Trotz der Schönheit der Pflanze, fehlt es dem Bild an der visuellen Spannung und dem natürlichen Gleich-gewicht. Durch die mittige Platzierung kann das Bild statisch wirken und der Blick des Betrachters kann eingeschränkt werden.

Hier wird der Goldene Schnitt angewendet. Wie du sehen kannst, liegt das Motiv entlang des rechten seitlichen Drittels des Bildes. Dadurch wird einen natürliche Balance geschaffen und verleiht dem Bild ein harmonisches an-sprechendes Foto. Das Auge des Betrachters wird dadurch sanft in Richtung des Motivs gelenkt

Die Prinzipien der Bildkomposition und Gestaltung dienen in der Naturfotografie als Orientierungshilfe, aber keinesfalls als unumstössliche Vorschriften. In der Fotografie ist Raum für Kreativität. Oft entstehen die eindrucksvollsten Aufnahmen, wenn du dich bewusst dazu entscheidest, diese Richtlinien zu durchbrechen. Die Naturfotografie bietet eine hervorragende Gelegenheit, die Pracht der Natur einzufangen und dabei deine eigene künstlerische Kreativität zum Ausdruck zu bringen. Durch das Verstehen und gekonnte Anwenden des Goldenen Schnitts, der Drittregel und der Symmetrie kannst du deine Naturfotografien auf eine höhere Ebene bringen und die Wunder der Natur in jedem Bild festhalten.

Mach dich also auf die Reise, entdecke die Welt um dich herum und lass dich von der natürlichen Schönheit inspirieren.

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